Wissenswertes rund um Alpakas

Alpakas sind sehr pflegeleicht und stellen kaum Ansprüche an ihr Futter. Sie ernähren sich in den Sommermonaten ausschließlich von frischem Gras und im Winter von Heu. Ein ausgewachsenes Alpaka hat eine Körpergröße von etwa einem Meter und ein Gewicht von durchschnittlich 70 Kilogramm. Es gibt zwischen drei und sechs Kilogramm Wolle im Jahr. 

Alpakas sind äußerst friedliche, gutmütige und menschenfreundliche Tiere, daher werden sie oft erfolgreich innerhalb einer tiergestützten Behandlung zur Therapie von Autisten, Menschen mit Handicap oder Suchtkranken eingesetzt.

Als sogenannte Schwielensohler besitzen Alpakas unter ihren Hufen dicke, weiche Sohlenpolster, die ihnen auch an unwegsamen Berghängen guten Halt bieten. Durch diese Sohlen zerstören Sie anders als etwa Pferde und Rinder nicht den Boden, auf dem sie gehalten werden. Das trifft auch auf unsere Wanderungen zu: unsere Alpakas schützen so auf natürliche Weise den Waldboden unseres schönes Thüringer Waldes.

Wie unterscheiden sich Alpakas und Lamas?

  • Größe bis zu 1 m (Stockmaß)
  • Gewicht 55 – 80 kg
  • dichtes, weiches Fell am gesamten Körper
  • verhältnismäßig kurze und spitze Ohren
  • beliebter Wolllieferant, kein Lasttier
  • kann auch spucken, aber seltener
  • Größe bis zu 2,50 m (Stockmaß)
  • Gewicht 120 – 200 kg
  • nur wenig Fell am Kopf
  • lange, runde, leicht gebogene Ohren, sogenannte „Bananenohren“
  • beliebtes Lasttier, kann bis zu 40 kg tragen
  • spuckt, wenn es sich bedrängt fühlt
Lama in Südamerika - Alpakas am Rennsteig, Thüringer Wald

Alpakas und Lamas stammen aus Südamerika

Bereits vor 5000 Jahren wurden Alpakas von den Vorfahren der Inkas domestiziert. Man zählt sie zu den südamerikanischen Neuweltkameliden (Kleinkamele), wie ihre engen Verwandten, Lamas und Kamele, gehören sie zur Familie der Paarhufer.

Beheimatet sind Alpakas überwiegend in Südamerika, vorrangig in Peru, Bolivien und Chile, wo sie vor allem in Höhenlagen von 2000 bis 4000 Metern in den Anden leben. Aufgrund der Beschaffenheit ihres dichten Fells, das eine ausgeprägte, feine Unterwolle besitzt und bis zu 50 cm lang werden kann, kommen sie mit den dortigen extremen Temperaturen gut zurecht. Aus diesem Grund kann man sie in unseren Breitengraden auch ganzjährig draußen halten, wobei sie lediglich einen wettergeschützten offenen Stall benötigen.

Huacaya und Suri

Die Gattung der Alpakas unterscheidet sich in den beiden Arten Huacaya und Suri. Sie sind sich in Gestalt und Größe sehr ähnlich, der Unterschied liegt vor allem in der Beschaffenheit des Felles. Huacayas haben eine weiche, feine Faser mit Kräuselung (Crimp), die lotrecht zur Haut wächst und dadurch wie eine Wärmedämmschicht vom Körper absteht. Die Faser des Suri Alpakas hingegen hängt in Locken oder Strähnen nah am Körper herab, ist noch feiner und weist einen noch stärkeren Glanz auf. Im südamerikanischen Raum existieren außerdem noch die zwei wilden Arten Guanakos und Vikunjas, die jedoch wesentlich kleiner sind.

Alpaka-Gattungen Huacaya und Suri - Alpakas am Rennsteig, Thüringer Wald
Traditionelle Herstellung eines Gewebes aus Alpaka-Wolle - Alpakas am Rennsteig, Thüringer Wald

Alpakawolle schon von den Inkas geschätzt

Die wärmende und hervorragend isolierende Wolle der Alpakas schätzen bereits die Inkas sehr. Der von ihnen geprägte Begriff das „Vlies der Götter“ wird auch heute noch in Südamerika für Alpakawolle verwendet. Sie zählt neben Seide und Kaschmir zu den weltweit begehrtesten und kostbarsten Geweben überhaupt. Mit dem Untergang des Inkareiches verschwand auch die Alpakazucht. Erst Mitte des 19. Jahrhundert wurde der Wert der Alpakawolle neu entdeckt. Innerhalb der letzten 30 Jahre begann man, auch in Nordamerika, Australien und Europa die Zucht zu etablieren.